Das Leben im Ruhrgebiet einst und heute
 

Großmutter Auguste, Mutter Ilse
und ich, Joachim Koßmann
Eine Nachbarsfamilie aus Röhlinghausen
(damals Kreis Gelsenkirchen, später Stadtteil
von Wanne - Eickel, heute Herne)
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Solche Fotografien konnten sich nur bessere Kreise leisten.
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Kaiser Wilhelm, Denkmal an der Hohensyburg, Dortmund
Diese Dame war sicherlich so streng, wie sie ausschaute
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Ein Marineoffizier
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Das Militär - insbesondere die Marine - genoß höchstes Ansehen
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Die Nazis liebten den Pathos noch mehr als die Kaisertreuen
Reproduktion der Entlaßurkunde aus der Wehrmacht
Quelle: Mein privates Familienarchiv
Die Hitlerjugend beim Schinkenklopfen
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Der Reichsarbeitsdienst, zackig in Reih´ und Glied
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Das Führerbild an der Wand war immer präsent.
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Im Jahre 1953 war das Haus bereits wieder aufgebaut,
aber in den ersten Jahren konnte Mutter Ilse mit ihren
beiden Kindern und Großmutter Auguste nur in dem
nur 1,70 m hohen Keller leben
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Der lang ersehnte Wohlstand naht:
Das erste Auto, ein Volkswagen Cabriolet mit 1,2 l Hubraum und 24,5 PS. Damit fuhr man über die Alpen bis nach Österreich und Italien.
Quelle: Das Farbfoto von 1957 entstammt meinem privatem Fotoarchiv
Der erste Fernseher war im Jahre 1957 noch eine Attraktion.
Die Nachbarsjungen kamen oft zu Besuch, um eine Sendung sehen zu können.
Quelle: Das Farbfoto von 1957 entstammt meinem privaten Fotoarchiv
Staatsbauschule Holzminden, Wintersemester 1938/39.
Mein Vater Herrmann absolvierte diese Schule. Einmal wäre er beinahe nicht versetzt worden, weil er im nationalpolitischen Unterricht ein "mangelhaft" bekam. Die Zeiten waren streng...
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Mein Vater Herrmann (linksim Bilde) arbeitete von 1947 bis 1967 als Architekt bei der Stadt Wanne - Eickel. Beim Wiederaufbau der Stadt hatte er immer viel zu tun.
Quelle: Mein privates Fotoarchiv
Neue Industrien siedelten sich an. Ab 1965 wird im Bochumer Opelwerk der Kadett gebaut.
Die Liebe zum Fußball ist im Ruhrgebiet ungebrochen.
 

DAS LEBEN IM RUHRGEBIET

 

Wie lebten die Menschen früher im Ruhrgebiet?

Durch meine zwischenzeitlich leider verstorbene Großmutter Auguste (Jahrgang 1903) und Mutter Ilse (Jahrgang 1925) stehen mir die Aussagen von Zeitzeugen zur Verfügung. Großvater Alfred Pette (1900 - 1939) verstarb leider schon früh, und ich habe ihn nie kennengelernt. Er stammt aus einer alteingesessenen Familie im Ruhrgebiet.

DIE KAISERZEIT
Preußen hatte 1870/71 den Krieg gegen den verhaßten Erbfeind Frankreich gewonnen, Elsaß - Lothringen wurde annektiert, und das Deutsche Reich war gegründet worden. Mit der industriellen Revolution sollte sich jetzt das Deutsche Reich innerhalb weniger Jahrzehnte von einem Agrarstaat in ein mächtiges imperialistisches Industrieland verwandeln.

Billige und willige Arbeitskräfte gab es genug, die oft unter unmenschlichen Bedingungen schaffen mußten. Der Weltmarkt wurde von billigen Fertigwaren aus dem Deutschen Reich überflutet, und das Reich wurde zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für die bereits etablierten Industriestaaten. Zum Schutz ihrer Produkte setzten damals die Engländer durch, daß deutsche Waren mit dem Sigma "MADE IN GERMANY" gekennzeichnet werden müssen.

Die Arbeit im Ruhrkohlebergbau war hart und gefährlich. Unfälle mit tödlichem Ausgang durch Steinrutsche oder Schlagwetterexplosionen waren an der Tagesordnung. Der feine Kohlenstaub unter Tage zerstörte die Gesundheit der Bergleute. Fast alle litten nach Jahren unter einer Staublunge (Silikose), Bergleute starben durchschnittlich 15 Jahre früher als normal.

Die frühkapitalistischen Lebensbedingungen waren hart, der Wohlstand blieb nur den besseren Kreisen vorbehalten.

Die Familien zeichneten sich durch großen Kinderreichtum aus. Oftmals reichte das Einkommen nur für die Befriedigung des absolut Lebensnotwendigen. Kinder teilten sich zuweilen Betten und mußten die Bekleidung ihrer Geschwister auftragen, letzteres war allerdings auch noch in den 1960ger Jahren üblich. Die Ernährung und die medizinische Versorgung waren nicht immer ausreichend.
Die Erziehung war streng und authoritär. In der Schule war die Prügelstrafe an der Tagesordnung, die Lehrer und Pfarrer waren unantastbare Respektspersonen.
Ein besonderes festliches Ereignis war immer der Geburtstag von Kaiser Wilhelm am 27. Januar.
Großmutter Auguste sang mir dieses Lied vor:

"Der Kaiser ist ein guter Mann,
er wohnet in Berlin,
und wenn ich heut´ Zeit hätt´,
dann führ´ ich zu ihm hin."


Doch die Menschen mochten durchaus den Kaiser, denn Deutschland sah sich einer glorreichen Zukunft entgegen. "Deutschlands Zukunft liegt auf dem Wasser!" ...und in der Tat: Im Deutschen Kaiserreich ging die Sonne niemals unter. Ab 1884 wurden Kolonien gegründet. Der höchste Berg Deutschlands war der Kilimandscharo, und es das Deutsche Reich hatte sogar eine gemeinsame Grenze mit den USA.

Matrosenanzüge für Jungs waren populär. Das patrotische Fieber erfaßte auch weite Teile der schwer arbeitenden Bevölkerung.

Die bürgerlichen Kreise im roten Ruhrgebiet bemühten sich vehement, ihren Patriotismus unter Beweis zu stellen. Denkmale zur Verherrlichung von "KAISER WILHELM UND SEINEN HELDEN", aber auch zur Glorifizierung des Reichskanzlers Bismarcks, entstanden in großer Anzahl in allen Städten des Ruhrgebietes.

Alle Teile der Bevölkerung hofften auf bessere Zeiten und auf eine gute Zukunft.

Mit Begeisterung und Optimismus zog man 1914 in den ersten Weltkrieg: "AUF WIEDERSEHEN AUF DEM BOULEVARD, MIR JUCKT DIE SÄBELSPITZE". Die Kirche versprach jedem, der für Kaiser und Vaterland den Heldentod starb, die Einkehr in´s Paradies.
Unsere Urgroßmutter spendete mit Begeisterung ihre goldenen Schuck für die Rüstungsindustrie. Als Dank des Vaterlandes erhielt sie einen Teller mit der Aufschrift: "GOLD GAB ICH FÜR EISEN".

Die aufstrebende Industrie des Ruhrgebietes brauchte viele Arbeiter, die man unter der einheimischen Bevölkerung schon lange nicht mehr finden konnte. So wurden insbesondere polnische Arbeitskräfte angeworben. Deren rechtliche Integration war damals problemlos möglich, da die meisten Polen aus dem damaligen Westpreußen (Masuren) stammten und ohnehin schon die reichsdeutsche Staatsbürgerschaft inne hatten. Ein polnischer Staat existierte zu jener Zeit nicht, Polen war aufgeteilt zwischen dem Deutschen Reich, der Kaiserlich und Königlichen Monarchie Österreich - Ungarn und der zaristischen Rußland.

Die Intregation der Polen im Ruhrgebiet gelang nicht problemlos, aber da genug Arbeit und Raum für alle vorhanden war, schließlich doch. Bottrop wurde nach Warschau die zweitgrößte polnisch sprechende Stadt der Welt. Die erste Zeitung in meiner Heimatstadt Wanne - Eickel erschien in polnischer Sprache. Noch in den 1930ger Jahren gab es im Ruhrgebiet Menschen, die nur polnisch sprachen.

FAZIT: Das Leben zur Kaiserzeit war hart, aber jeder war optimistisch und hoffte auf eine goldene Zukunft. So fanden die Menschen ihr Glück im Kaiserreich.

DIE WEIMARER REPUBLIK
Wir machen Revolution! Aber was für eine? Der Hitlerputsch scheiterte. Andere wollten ein kommunistisches Deutschland nach dem Vorbild der gerade neu gegründeten Sovjetunion. Die Deutschnationalen wollten ihren Kaiser Wilhelm zurückhaben, der zwischenzeitlich in´s niederländische Exil gegangen war, wo er verbittert 20 Jahre später verstarb. Keiner war zufrieden, jeder wollte seine Sache durchsetzen, ohne Rücksicht auf Verluste.
Das Chaos in den 1920ger Jahren nahm also seinen Lauf. Die Wirtschaft lag am Boden. Durch die Inflation wurde jeder Millionär, der US Dollar war eine Billion (eine "1" mit 12 Nullen dahinter) Mark wert.

Großmutter Auguste berichtete gern von der Ruhrgebietsbesetzung durch Frankreich im Jahre 1923. Nachdem es mit ihrer Stellung als Putzmädchen in Wuppertal - Elberfeld nicht geklappt hatte, weil ihr angeblich der Hausherr nachstellte, wurde sie von der Besatzungsmacht zur Zwangsarbeit herangezogen und mußte im Stadtteil Bickern den Sportplatz sanieren. Die französischen Soldaten hätten sie schikaniert: "Na los, Frollein, ma tüchtich arbeiten", habe ein Soldat immer zu ihr gesagt.

Aber ansonsten konnte sich Großmutter Auguste nicht beklagen, denn sie gehörte sicherlich schon zu den Privilegierten damals. Großvater Alfred hatte immer Arbeit und als Steiger gutes Geld verdient, so daß die beiden 1924 in eine Luxuswohnung in einem Neubau in Röhlinghausen einziehen konnten: Sanitäre Anlagen und elekrtisches Licht waren vorhanden. Bald schon ertönte der erste Volksempfänger in der heimischen Stube.

Das Schicksal der 6 Millionen Arbeitslosen war allerdings hart. Viele Menschen mußten gar hungern und betteln gehen, Rattenfänger wie Adolf Hitler sollten damit leichtes Spiel haben.

Doch im Ruhrgebiet hatten die Nazis große Probleme, sich durchzusetzen. Vor 1933 hatte die SPD nirgendwo eine absolute Mehrheit, und viele Städte hatten kommunistische Bürgermeister. Unsere Mutter erinnerte sich um 1970: "Die Kommunisten waren damals ordentliche und anständige Menschen, nicht so wie jetzt in der DDR". Doch die anständigen Kommunisten bekämpften damals mehr die anständige SPD und weniger die unanständigen Nazis.

DAS DRITTE REICH
Viele Menschen sahen im Dritten Reich eine Alternative. Mutter Ilse träumte davon, in den neuen deutschen Osten (Baltikum oder Ukraine) auszuwandern und dort eine Familie und eine Farm zu gründen. Sie wurde BDM - Führerin (Bund Deutscher Mädchen) und war sehr engagiert. Großvater Alfred äußerte sich nie über Politik, er hatte Angst, daß seine eigene Tochter irgendwas verbreiten könnte.

Die Menschen hatten oft Angst vor ihren eigenen Verwandten, ihren Nachbarn, ihren Kollegen.
Doch auch die ärgsten Kritiker des Nationalsozialismus räumten ein, daß die Nazis Erfolge aufzuweisen hatten. "Der Führer hat Ordnung geschaffen", war zu jener Zeit in einem schwedischen Schulbuch zu lesen.

Die Nazis hatten durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die Arbeitslosen von der Straße bekommen, und ein bescheidener Wohlstand deutete sich an. In einigen Jahren sollte sich jeder Arbeiter gar einen eigenen Volkswagen leisten können. Das Ruhrgebiet erhielt bereits 1938 die erste Autobahn, gebaut ohne Großmaschinen in Handarbeit (BAB Oberhausen - Hannover).

Daß die Nazis Antisemiten waren, hat in der ersten Zeit noch nicht einmal die Juden gestört. Ein bißchen Antisemitismus mußten die Juden (fast) immer erdulden, aber keiner ahnte, daß es diesesmal schlimmer werden sollte...

Mitte der 1930ger Jahre schloß ein jüdisches Bekleidungsgeschäft in Wanne - Eickel, weil der Inhaber nach Amerika auswandern wollte. Großmutter Auguste schleppte ihre widerwillige Tochter Ilse dorthin, um für sie möglichst billig einen Wintermantel zu erstehen. Für fünf Reichsmark bekam unsere Mutter einen guten Mantel, der jahrelang hielt. Vor der Tür des Geschäfts patrollierte ein SA Mann: "Schämen Sie sich nicht, als deutsche Frau in einem jüdischen Geschäft zu kaufen?" Großmutter Auguste machte sich rasch aus dem Staube, im Grunde genommen interessierte sie sich überhaupt nicht für Politik. Während des Krieges hatte sie dann als Widergutmachung ehrenamtlich für die NS - Winterhilfe gesammelt. Sie hatte eine verplombte Sammeldose und eine Spendenliste. Gab ein Bürger einmal nichts, erschien am nächsten Tag der Parteisekretär und klopfte dem Verweigerer heftig auf die Finger...

Unsere Mutter Ilse blieb wegen ihrer Erziehung im Dritten Reich ihr Leben lang latent antisemitisch eingestellt, und daß, obgleich ihr einmal ein jüdischer Arzt das Leben gerettet hatte, als sie noch Kind war.

Im Kriege war das Ruhrgebiet wegen seiner Industrie von zahllosen Bombenangriffen betroffen. Die Urgroßmutter traute sich nicht mehr aus dem Bunker heraus. Mutter Ilse berichtete, wie einmal ein Pferd von einem Granatsplitter auf der Straße getroffen wurde. Jemand schlachtete das Pferd und verteilte das Fleisch an die Passanten. Mutter Ilse nahm das blutig triefende Fleisch in ihre Schürze und brachte es zur Urgroßmutter, die das Glück kaum fassen konnte.
Aber selbst Bratkartoffeln wurden zur Delikatesse. Mutter Ilse berichtete, daß einmal der Stiel der Bratpfanne abbrach, und die Urgroßmutter die Kartoffeln vom schmutzigen Boden wieder einsammelte.

Großmutter Auguste war während des Krieges zur Pflichtarbeit in der Wanne - Eickeler Brotfabrik Ruwe herangezogen worden. In den ersten Kriegsjahren lieferte sie noch Brot bis nach Wuppertal - Elberfeld aus, später, als die Angriffe stärker wurden, fuhren sie und der Fahrer nur noch bis Essen - Bergeborbeck. Der Lieferwagen war auf Gasbetrieb umgerüstet worden, um Benzin für die Wehrmacht zu sparen. So hatte Großmutter Auguste während des Krieges immer genug zu essen und auch Brot, daß sie gegen Zigarretten eintauschen konnte. Jedoch verlor Großmutter Auguste nach dem Kriege diese doch recht gute Arbeit, weil sie beim Klauen erwischt worden war. Aber wer machte das nicht damals...

Doch gerade in den schwersten Zeiten kümmerte sich der Staat um die Unterhaltung der Bevölkerung. Der Volksempfänger war nicht nur ein beliebtes Propagandainstrument. In den Kinos liefen bald die ersten Farbfilme, und in Berlin und im besetzen Paris wurden die ersten Fernsehprogramme der Welt ausgestrahlt.
"Die Zeiten sind hart, aber der Endsieg ist unser!" Dafür müssen wir vieles geben, so dachten die Menschen...


DIE NACHKRIEGSZEIT
"Während des Krieges haben wir wenigstens nicht hungern müssen", beklagten sich oft Mutter und Großmutter. Nachdem jedoch die britische Besatzungsmacht für die Lebensmittelversorgung verantwortlich wurde, kam es sehr häufig zu Versorgungsengpässen.

Ein Verwandter verstarb an einem Lungenriß, als er bei einer Hamsterfahrt mit einem Sack Kartoffeln auf einen Zug aufspringen wollte.

Im südlichen Ruhrgebiet wurden wieder Kleinzechen geöffnet, um wenigstens etwas Kohle für die Heizung fördern zu können. Strom- und Gasabschaltungen waren an der Tagesordnung. Ein Großteil des Wohnungsbestandes war durch Kriegseinwirkungen zerstört. Oftmals wohnten mehrere Familien in einer Wohnung. Eine Nachbarsfamilie lebte sogar in einer Leichenhalle.

Das Geld war knapp, nach der Währungsreform 1948 erhielt Großmutter Auguste nur 40,-- DM Rente im Monat. Der erste Mann von Mutter Ilse verstarb, und Mutter Ilse mußte mit ihrer Witweenrente das Trümmerhaus abbezahlen, welches ihr Gatte kurz zuvor hekauf hatte.

Aus heutiger Sicht ist es nicht mehr vorstellbar, welche Leistungen die Menschen damals für den Wiederaufbau erbracht haben. Kompliment!

JETZT KOMMT DAS WIRTSCHAFTSWUNDER
In den 1950ger Jahren nahm der Bergbau seinen letzten Aufschwung. Aber dann änderte das Ruhrgebiet rasch und nachhaltig sein Gesicht. Das billige Öl machte die Ruhrkohle unwirtschaftlich. Die Lagerstätten waren zum Teil auch erschöpft, der Beruf des Bergmannes wurde unattraktiv.

Das Ruhrgebiet wurde sauberer. Früher war es wegen des Rußes der Kokereien nicht möglich, weiße Oberhemden auf eine Wäscheleine zu hängen. Aber der Himmel wurde wieder blau. Das Ruhrgebiet wurde normal.

Viele Menschen zogen aus dem Ruhrgebiet fort, um anderswo eine bessere Arbeit finden zu können. So sank die Bevölkerung Wanne - Eickels von 120.000 im Jahre 1065 auf ca. 90.000 heute.

Die Lebensqualität im Ruhrgebiet ist wesentlich besser geworden.
Allerdings hat das Ruhrgebiet auch viel von seinem alten Charme verloren.

...aber eines hat sich nicht geändert und wir sich wahrscheinlich auch nie ändern: Die Liebe der Mensche zum Fußball ist ungebrochen.

Schalke 04 ist eine Institution, und wenn im Jahre 2004 die 100 Jahr Feier begangen wird, gleicht Gelsenkirchen einer Stadt im Belagerungszustand.

Mein Großvater Alfred ging in den 1920ger und 30ger Jahren noch zu Fuß zum Stadion, hin und zurück waren es etwa 20 km. Der Fußball war damals noch nicht so sehr kommerziell wie heute. Die echtesten Fans trauern sicherlich noch diesen alten Zeiten nach, als der reine Idealismus und die Begeisterungsfähigkeit das Spiel bestimmten.

Keine so bedeutende Rolle mehr spielt jedoch heute die Zucht von Brieftauben. Es soll zwar noch etwa 40.000 Züchter im Ruhrgebiet geben, aber das Interesse vor allem der jüngeren Generation an diesem Hobby läßt wohl nach.

Dafür ist das Ruhrgebiet heute keine kulturelle Wüste mehr. Viele Theater erfreuen die Menschen, man denkt im Kohlerevier heute nicht mehr nur an die schnöde Arbeit, sondern tut jetzt auch viel für den Geist.