Die industrielle Entwicklung des Deutschen Reiches
 

Die vielen Vorgängerstaaten des Deutschen Reiches waren klein, untereinander zerstritten, politisch und ökonomisch schwach. Die deutschen Staaten waren reine Agrarländer, die Industrie war praktisch überhaupt nicht entwickelt.

 

 

 

 

 

Die aufstrebende reichsdeutsche Industrie lernte viel vom Know - How des damaligen Auslands und benötigte auch ausländisches Kapital..
Zechennamen wie "Erin" in Castrop - Rauxel oder "Hibernia" in Wanne - Eickel zeugen von der irischen Herkunft der Betreiber. "Erin" ist der keltische Name für Irland und "Hibernia" der lateinische.
Ferner ist Zeche Shamrock in Herne und Zeche Holland in Wattenscheid zu erwähnen.

 

Die DAMPFMASCHINE ist eine englische Erfindung. Sie war eine der wesentlichen Dinge, die für den Aufschwung der Industrie und des Reiches verantwortlich waren.
Die Dampfmaschine potenzierte menschliche und tierische Leistungsfähigkeit und machte ihren Betreiber unabhängig von der Willkür der Natur.
So können Segelschiffe nicht bei Flaute fahren, denn die Energie des Windes ist unzuverlässig.
Insbesondere ermöglichte die Dampfmaschine
den Bau der Eisenbahnen.

 

Die EMSCHERTALBAHN, die ursprünglich zwischen Wanne - Eickel HBf / Herne Bf. / Herne Börnig / Castrop - Rauxel Süd / Merklinde / Dortmund Bövinghausen / Lütgendortmund / Marten / Huckarde / Dortmund HBf verkehrte ist eine der ältesten Eisenbahnstrecken des Ruhrgebietes.
Zwar werden zwischenzeitlich moderne Dieseltriebwagen eingesetzt - die auf den Bildern noch zu sehenden Akkumulatorwagen mit 200 kw Leistung lösten in den 1950ger Jahren die alten Dampfzüge ab -, aber die Strecke ist großteils verkommen und nur noch eingleisig befahrbar.
An jeder Haltestelle gab es früher mindestens eine Zeche: So etwa die Zechen van der Heidt, Friedrich der Große, Teutoburgia, Erin und Zollern.
Einen bescheidenen Aufschwung nahm die Linie, die zeitweise sonntags auf Bahnbusbetrieb umgestellt worden war, vor einigen Jahren durch ihre Verlängerung bis Dorsten Bf.

 





Die Arbeitszeit war einst von der natürlichen Einstrahlung der Sonne begrenzt, da es nicht möglich war, auf wirtschaftliche Weise künstliches Licht in hinreichend guter Qualität zu erzeugen.
Kerzen, Petroleumlampen und offenes Gaslicht waren zudem recht gefährlich und verursachten oft schwere Brände.
Erst die Einführung des Gasglühlichtes durch Ingenieur Auer aus Österreich - Ungarn im Jahre 1884 löste dieses Problem.
Zwar experimentierte der Deutsch Amerikaner Goebel schon Jahre zuvor mit elektrischem Glühlicht, welches sich aber erst Jahre später durchsetzen sollte.
Immerhin wurden im Jahre 1923 im Deutschen Reich schon etwa 20 % der Großstadtstraßen mit Elektrizität beleuchtet.

 

In keinem anderen europäischen Land schritt die industrielle Entwicklung schneller voran als in Deutschen Reich. Bald wurden hier wichtige und wegweisende Erfindungen gemacht: Diesel- und Ottomotoren, das Automobil, Luftschiffe, und bereits im zweiten Weltkrieg wurden das Farbfernsehen und erste funktionsfähige Raketen entwickelt.

Das Ruhrgebiet hatte mit seinem Kohlebergbau einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung des aufstreben Deutschen Reiches geleistet.

 

Original: Mein privates Fotoarchiv
(Aufnahme von ca. 1936)

Auch die Landwirtschaft profitierte von der industriellen Entwicklung. Landwirtschaft war früher Schwerstarbeit, die mit der Hand erledigt wurde. Noch in den frühen 1960ger Jahren wurden letzte Ackergäule eingesetzt, um Felder zu pflügen. Zwischenzeitlich ist diese Pferderasse akut vom Aussterben bedroht.
Der Anteil der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen ging immer weiter zurück, im Jahre 1884 überstieg das in der Industrie im Deutschen Reich erwirtschaftete Vermögen zum ersten mal das der Landwirtschaft.

 

Mit den sozialen Fragen des industriellen Fortschrittes setzen wir uns im Kapitel über Politik auseinander.