Verkehr an Rhein und Ruhr
 

Das Ruhrgebiet verfügt über ein dichtes Autobahnnetz, welches jedoch häufig stark überlastet ist. Die ältesten Strecken stammen aus den 1930ger Jahren.
Die räumliche Enge erschwert jedoch den Bau großzügiger Straßen. Die PKW - Dichte, also die Anzahl der Personen, die sich rein statistisch einen PKW teilen, ist im Ruhrgebiet zwar relativ gering. Trotzdem ist die Parkraumnot in den Städten oft ein großes Problem.
So werden seit einigen Jahren das Fahrrad und der öffentliche Nahverkehr verstärkt gefördert. Während in den 1960ger Jahren oft Radwege durch Parkstreifen für Autos ersetzt wurden, werden heute allerorts neue Radwege gebaut. Doch die Lage bleibt unbefriedigend. Während auf der Straße Radfahrer gefährdet werden, sind sie ihrerseits auf dem Bürgersteig für Fußgänger ein Sicherheitsrisiko.

Auch die Nutzer der Bundesbahn müssen mit ihren "Staus" leben. Im Ruhrgebiet hat die S Bahn keine eigenen Gleise und muß auf den Fernverkehr, der Vorrang hat, Rücksicht nehmen, weshalb es häufig zu Verspätungen kommt. Außerdem sind in einigen Streckenabschnitten die Züge ständig überlastet.
Die Meinungen gehen weit auseinander, ob der Bau von U Bahnen eine für das Ruhrgebiet sinnvolle Investition ist. Ein großer Teil der wesentlich kostengünstigeren Straßenbahnlinien ist zwischenzeitlich stillgelegt worden und wurde durch Buslinien ersetzt. Früher konnte man von Unna über Dortmund, Essen, Düsseldorf und Köln bis nach Bonn Bad Godesberg mit der Straßenbahn fahren.

Umstritten ist auch der geplante Bau der Magnetschwebebahn von Dortmund nach Düsseldorf. Ist jene nun ein sinnvolles Verkehrsmittel oder einfach nur ein Prestigeobjekt?
Experimentierfreudig ist man schon im Ruhrgebiet. Auf dem Mittelstreifen des Ruhrschnellweges verkehrte früher eine Straßenbahn, die durch eine modernere Spurbuslinie ersetzt wurde. Allerdings wurden manche Spurbusstrecken auch schon wieder stillgelegt...
Sogar im U Bahntunnel konnte man Spurbusse vorfinden.
Ein großer Erfolg für den öffentlichen Nahverkehr war aber sicherlich die Einführung des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr am 1. 1. 1980. Seitdem kann man mit einem Fahrschein alle Verkehrsmittel der Region benutzen. In Berlin gab es solch einen Tarifverbund allerdings schon seit den 1920ger Jahren. Manches dauert im Ruhrgebiet etwas länger...
Zum Abschluß präsentiere ich Ihnen noch ein paar Ausschnitte aus dem Fahrplan der Bochum Gelsenkirchener Straßenbahngesellschaft von 1965:
Sie werden sich oft wundern,
daß sie mitunter wie die Flundern,
Im Gang dicht beieinander stehen?
Nun, wenn die Ersten weitergehen,
Und bis nach vorn zur Spitze "fließen",
Dann wird sie das nicht mehr verdrießen.
Wir warnen Dich vor allen Dingen,
Im Fahren noch schnell aufzuspringen.
Nicht jedermann ist ein Artist;
Dein Leben Dir doch wertvoll ist.
Das Warten ist gewiß ´ne Qual,
Darum schimpf nicht auf das Personal!
Im allgemeinen, weißt Du ja,
Die Straßenbahn ist pünktlich da.
Herr Krause liebt den Pfeifenrauch;
wer sonst noch raucht, begreift das auch.
Als Fahrgast sollte er es lassen!
Das Rauchverbot wird ihn sonst fassen.
Sag´ laut und deutlich mir Dein Ziel,
Halt´ stets das kleine Geld bereit!
Du ersparst uns Müh´ und Ärger viel,
Und im Betrieb kostbare Zeit.
Halt Dich gut fest im Omnibus,
Denn wenn er plötzlich bremsen muß,
Behälst Du doch Dein Gleichgewicht,
Und fällst auf Deinen Nachbarn nicht.
Reproduktion mit freundlicher Genehmigung der Bochum Gelsenkirchener Straßenbahn AG